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Supervision
Wenn wir mit Menschen arbeiten, die sexuell ausgebeutet wurden, sind diese Opfer einer Straftat. Die meisten Täter büssen nie für ihren Verstoss gegen das Gesetz. Das ist Realität und gleichzeitig eine fundamentale Ungerechtigkeit! Die Opfer leiden Jahre bis Jahrzehnte unter posttraumatischen Symptomen.
Die Beratung oder Therapie von sexuell traumatisierten Menschen setzt deshalb unbedingt eine engagierte moralische Position voraus. Wer durch Nichtstun, Schweigen oder nicht Stellung nehmen Klientinnen im glauben lässt, ihr Vater oder ihre Mutter seien Vorbilder, die richtig handeln, wenn sie ihren sexuellen Impulsen freien Lauf lassen, wiederholt die traumatische Erfahrtun der früheren Ungerechtigkeit. Als Fachfrau in diesem Bereich ist es mir wichtig, mit den Supervisanden Lösungen zu entwickeln, die wirksam sind gegen die Demütigung und Resignation, die Hoffnung vermitteln und das Gefühl einer gewissen Gerechtigkeit wieder herstellen. Nötig dazu sind Interventionene, die das "innere Kind" der Klientin oder des Klienten aktiv schützen. Da die Erfahrung des Geschütswerdens fehlt, muss diese nachgeholt werden, damit das "innere Kind" Sicherheit und Schutz erfährt.
Ziel der Einzel- oder Gruppensupervision ist, wirksame und hilfreiche Interventionen zu planen. Zudem sind der Umgang mit Trauma, dem damit verbundenen tiefen Leid sowie psycho-hygienische Aspekte wichtige Themen. Die in der Gegenübertragung spürbaren intensiven Gefühle von Todesangst, tiefer Verzweiflung und Resignation bedürfen der Reflexion und des Ausdrucks, damit sie den Prozess nicht beeinträchtigen. Eine kompetente Supervision wirkt stärkend und entlastend, weil sie Ventil und Ausdruck für Unrecht und Grausamkeit sein darf. Als Basis der Supervision verwende ich Modelle der somatischen Trauma-Arbeit STA®, der energetischen Psychologie und der Transaktionsanalyse .
institut für somatische trauma-arbeit | Neumarkt 8 | 8400 Winterthur | Tel: +41 052 212 88 85 | Fax: +41 052 212 88 86