institut für somatische trauma arbeit | traumatische Erfahrung

institut für somatische trauma-arbeit

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Was ist IEET®?

Die integrativen Enttrübungs- und Entkoppelungstechniken IEET® sind von Irena Tüscher entwickelte Methoden zur Behandlung und Integration traumatischer Erfahrungen, oder andern psychischen oder physischen Verletzungen.

Basis von IEET®

  • somatische trauma-arbeit STA®
  • Dissoziationsmodell von Levine
  • Ich-Zustandsmodelle der Transaktionsanalyse
  • Modifiziertes Skriptmodell aus der Transaktionsanalyse
  • Stufenmodell von Erikson
  • Konfrontationsklopfen (modifiziertes EFT)
  • Trigger-Wurzel-Behandlung (modifiziertes BSFF)

Im Gegensatz zu andern ähnlichen Verfahren der "Energy Psychology" (Klopftechniken auf Akupunktur Punkte) geht es nicht darum, Stressoren einzeln zu behandeln, wie beispielsweise im EFT oder TFT, sondern es geht um die gleichzeitige Behandlung und Integration einer traumatischen Erfahrung, die zeitlich, örtlich genau benannt und dann richtig eingeordnet wird. Neben der Stressreduktion werden auch Ressourcen verstärkt und gezielt im Bewusstsein (Gehirn) verankert, also neu "installiert". 

Das Gehirn speichert sehr viele Eindrücke implizit, das heisst unbewusst. Im limbische System wird alles, was im Hier und Jetzt passiert automatisch, ohne dass es uns bewusst ist, an alte Erfahrungen anknüpfend „versorgt“. Wenn traumatische oder andere, unter die Haut gehende Erlebnisse nicht genau benannt und richtig eingeordnet werden, „erledigt“ das limbische System das für uns, indem es das Neue mit alten, früher gemachten Erfahrungen assoziativ verbindet.

Dabei können alte Skriptüberzeugungen oder Glaubenssätze (über sich selbst, über andere Menschen und über die Welt) unbewusst oder bewusst verstärkt werden. Der Begriff „Enttrübung“ stammt aus der Transaktionsanalyse und beschreibt den gelungenen Prozess, Erlebnisse oder Erfahrungen aus der Kindheit, in einer späteren Reflexion, angemessen und richtig einzuordnen. Eine Trübung kann mit einer Brille verglichen werden, die zu einem bestimmten Ich-Zustand gehört. Entweder zur Sicht eines Kindes, dem eine erwachsene Person fehlte, mit der es sich hat austauschen können, um seine Erlebnisse „angemessen“ einordnen zu können. Oder zur Sicht einer erwachsenen Person, die getrübte Ansichten ihrer Eltern reflexionslos übernommen hat.

Neurobiologen sind sich darin einig, dass neuronale Netzwerke reorganisiert werden können. Damit das möglich wird, muss etwas „unter die Haut gehen“ muss die Klienten „berühren“. Dann geht diese positive „Erschütterung“, der emotionale Aufruhr so tief, dass die alten neuronalen Strukturen durcheinander geraten und neue Strukturen entstehen, indem sich die neuronalen Netzwerke anders verbinden.

Damit das passieren kann, braucht es eine von Achtsamkeit und Respekt geprägte Beziehung zu den Klienten, die Fähigkeit, ganz präsent zu sein und den Klienten in liebevoller Zuneigung begegnen.

Indikationen:

  • Aktuelle Traumatisierungen
  • Behandlung von Flashbacks
  • Integration und Behandlung von alten traumatischen Verletzungen
  • Chronischer Stress aus der Kindheit
  • Pränataler Stress

Akute Traumatisierungen sind gekennzeichnet durch eine Überflutung von Sinneswahrnehmungen und Affekten einhergehend mit einer Aktivierung des Sympathikus. Dabei werden die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol ausgeschüttet, Diese Stoffe beeinträchtigen das reibungslose Funktionieren des Hippokampus und des Neokortex. Deshalb kann das Ereignis, wenn überhaupt, nur grob explizit abgespeichert werden. Es bleiben dissoziierte Fragmente, die zur Traumatischen Erfahrung gehören. Diese Fragmente können später als Stimulus oder Trigger aktiv werden und die betroffene Person emotional überfluten.

Die Behandlung einer akuten Traumatisierung beinhaltet den Prozess der Bewusstwerdung dessen, was passiert ist, was die Person empfunden, gesehen, gerochen und gedacht hat, auch welche Schlussfolgerungen sie aus der Erfahrung gezogen hat. Das passiert durch die Beschreibung und Benennung von der traumatischen Erfahrung. Aus den Fragmenten und Sinneswahrnehmungen entsteht eine Geschichte mit einem Anfang und einem Ende. Das ist die Voraussetzung dafür, dass das Ereignis in die Vergangenheit versorgt werden kann. Dabei ist es nötig, den durch das darüber sprechen auftretenden Stress, durch eine gezielte Aktivierung des Parasympathikus zu reduzieren. Das passiert einerseits durch Klopfen auf bestimmte Akupunktur Punkte, wenn nötig bereits während des Erzählens. Diese Stimulation bewirkt, dass die zu den Meridianen gehörenden inneren Organe mit Energie versorgt werden. Das rhythmische Klopfen wirkt ebenfalls parasympathisch. Es passiert aber auch ganz wesentlich dadurch, dass der Stress, die Angst, die Verzweiflung und die Hilflosigkeit zeitlich, örtlich und die involvierten Personen betreffend präzise der traumatischen Erfahrung zugeordnet werden. Der Hippocampus als Organisator unseres bewusstheitsfähigen Gedächtnisses kann seine Aufgabe jetzt wahrnehmen. (Langzeitgedächtnis, episodisches Gedächtnis, Vertrautheitsgedächtnis). Ebenso wichtig ist zu betonen, dass „es“ vorbei ist und die Person es überlebt hat und sich jetzt wieder wohl fühlen darf. Wichtig ist, das Gefühlt von Schutz und Sicherheit zu verstärken, damit es Integriert wird.

Wenn traumatische Erfahrung nicht nachträglich bewusst gemacht und explizit eingeordnet werden, besteht die Gefahr dass traumatisierte Menschen eine generalisierten Angststörung entwickeln. Das limbische System, Sitz des Psychischen, für unser Überleben zuständig, versucht uns, daran zu hindern, uns wieder in die Gefahr zu begehen. Amygdala bleibt ev. in einem übererregten Zustand und gaukelt uns vor, dass es gefährlich ist, aus dem Haus zu gehen, in ein Auto zu sitzen, in den Keller zu gehen etc. Sogar dann, wenn wir uns entschieden haben, etwas umzusetzen, braucht es immer die Einwilligung des limbischen Systems, sonst können wir nicht umsetzen, was wir uns vorgenommen haben.


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